Kristiansund – die Hauptstadt des Klippfischs

Kristiansund liegt direkt an einer vom Wind umtosten Felsenküste und ist komplett den Launen des Nordatlantiks ausgeliefert. Wie andere norwegische Städte in denen der Name „Kristian“ vorkommt, wurde es nach einem Dänenkönig benannt. Es handelt sich hierbei um Christian VI., der Kristiansund im Jahr 1742 die Stadtrechte verlieh.

Kristiansund ist auf den 3 Inseln Innlandet, Kirkelandet und Nordlandet erbaut worden. Die „Sundbåten“ sind kleine Linienschiffe und verkehren seit 1876 zwischen den 3 Inseln. Somit sind sie die ältesten, motorisierten Personenschiffe.

Kristiansund wurde während des 2. Weltkrieges das Ziel schwerer deutscher Bombenangriffe, so dass nur sehr wenig von der alten Stadt übrig blieb. Auf Innlandet haben ein paar alte Lagerhäuser und das alte Zollhaus die Bomben überstanden. Weniger Glück hatte die alte Hauptkirche der Stadt, deren Nachfolger die 1964 erbaute Kirkelandet Kirke ist. Ihr Architekt nannte sein Werk, dessen 30m hohe Chorwand aus 320 farbigen Glassteinen besteht, einen „Bergkristall in Rosen“.

Die „Klippfisch*-Metropole“ war lange Zeit der Hauptausfuhrhafen für getrockneten Kabeljau. An diese Zeit erinnert das Nordmøre Museum und das Norsk Klippfiskmuseum. Die bekannteste Skulptur der Stadt, das Klippfiskkjærringa, steht an der Fischtreppe. Das Klippfischweib, erschaffen von dem Bildhauer Tore Bjørn Skølsvik, ist eine Homage an alle Klippfischarbeiter. Das Denkmal war ein Geschenk zum 250. Stadtgeburtstag (1992) und wurde von Ihrer Majestät HKH Königin Sonja enthüllt.

Ein schöner Aussichtspunkt ist der Varden (ein alter Wachplatz) 78 m ü.d.M. Der achteckige Turm wurde 1892 anlässlich des 150. Stadtgeburtstags errichtet. Von dort oben hat man ein super Panorama über die gesamte Stadt, die Fjorde und Berge von Nordmøre, die Küstenlandschaft, bis hin nach Grip.

* Klippfisk (Klippfisch) ist gesalzener und dann getrockneter Kabeljau. Früher wurde er auf den Klippen getrocknet – daher der Name.


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