Rubjerg Knude Fyr

Der Leuchtturm von Rubjerg Knude wurde von 1899 -1900 auf dem höchsten Punkt des Küstenabhangs, 60 m über dem Meer, und gut 200 m landeinwärts erbaut. Damals lag nur eine niedrige Düne (2-3 m hoch) zwischen den Leuchtturmgebäuden und dem Abhang. Der Leuchtturm ist 23 m hoch.

Am 27. Dezember 1900 wurde das Leuchtfeuer zum ersten Mal eingeschaltet. Ein langer weißer Lichtstrahl gefolgt von 2 kurzen Strahlen jede halbe Minute. Dieser Strahl konnte bis zu 42 km Entfernung gesehen werden.

Von Anfang an war der Leuchtturm mit einem Wärter, einem Gehilfen und einem Heizer bemannt. Die Arbeit war oft mühsam, nicht zuletzt in den ersten Jahren mit Gasbetrieb. Er war von Anfang an mit eigenem Gaswerk für die Beleuchtung und das Nebelhorn ausgestattet. Damals herrschte die Auffassung, aus Fettgas hergestelltes Leuchtfeuer durchdringe den Nebel am besten. In der Tat war dieses in einem Abstand von bis zu 42 km sichtbar. Bei Sturm mussten Schiffe in Not scharf beobachtet werden. Gegen das Linsengehäuse geflogene Vögel sollten für das Zoologische Museum eingesammelt werden. Die Maschinen mussten funktionstüchtig gehalten, die Gebäude außen und innen gekalkt und gestrichen und schließlich musste die Tür vom Sand freigehalten werden.

Im Jahr 1906 wurde das Gas vom Petroleum abgelöst und 1934 schloss man mit dem Gleichstromelektrizitätswerk bei Liver Mølle einen Vertrag über die Elektrizitätsversorgung.

In der Zeit von 1910 bis 1920 wurden große Mengen am Steilhang abgelagerten Schmelzwassersands aus der Eiszeit auf das Gelände zwischen Leuchtturm und Abhang hinauf geblasen. Um die Versandung zu dämpfen, bepflanzte man die Düne mit Strandhafer. Das Ergebnis war, dass sie bloß immer größer wurde. Je mehr man anpflanzte, desto höher wurde die Düne. Der Sand legte sich um die Gebäude herum, füllte den Brunnen und zerstörte die Gemüsegärten.

In den Fünfzigerjahren grub man große Mengen Sand von der höchsten Stelle der Düne ab, doch ohne das angestrebte Resultat zu erreichen. Zum Schluss lag der Sand so hoch, dass es in gewissen Richtungen nicht mehr möglich war, das Leuchtfeuer vom Meer aus zu sichten.

Gleichzeitig mit dem verwüstenden Sandtreiben wurde die Navigationsausrüstung der Seefahrt weiterentwickelt und der Leuchtturm von Rubjerg Knude wurde allmählich überflüssig. Am 1. August im Jahr 1968 wurde das Leuchtfeuer für immer ausgeschaltet.

Der Linsenapparat des Leuchtturms war in Paris für 42.000 DKR hergestellt worden, was einem Viertel des Preises für den gesamten Leuchtturmkomplex entspricht. Leider existiert dieser Apparat nicht mehr. Um im Kriegsfall einen etwaigen Feind an der Benutzung des Leuchtturms zu hindern, wurden die 134 handgeschliffenen Fresnellinsen vom Gipfel des Turms hinausgeworfen und zerschmettert, als man den Leuchtturm schloss.

Der Küstenabbruch bewirkt, dass die Steilküste immer weiter landeinwärts rückt und die Düne ständig wächst.

1992 wurde Rubjerg Knude unter Schutz gestellt, seither darf der Sand ganz langsam Jahr für Jahr die Leuchtturmgebäude „fressen“. 1994 nahm man das Dach, des dem Meer am nächsten stehende Gebäude ab und ließ diese vom Sand füllen.

1996 entfernte man dann das Dach vom dahinterliegenden Gebäude.

2001 gab es dort noch eine bewirtschaftete Cafeteria und ein Museum in den übriggebliebenen Gebäuden, aber im Jahre 2002 gab man auf und hatte dann nur noch einen kleinen Kiosk in einem Teil des letzten Gebäudes. Im Dezember 2002 und Januar 2003 entfernte man auch diese Dächer.

Im Jahre 2004 ist die Düne weitergewandert und das 1. Gebäude ist im Begriff, wieder zum Vorschein zu kommen, wird nun aber in wenigen Jahren aufgrund der Erosion ins Meer stürzen.