An Dänemarks westlichstem Punkt Blåvands Huk, liegt der gleichnamige Leuchtturm.

1878 wurde das erste Leuchtschiff beim Horns Rev postiert, später kamen noch mehr dazu, dennoch reichten sie nicht aus, um die Fahrrinne zu sichern. Seefahrer aus verschiedenen Nationen weigerten sich, in den Hafen von Esbjerg ein- bzw. auszulaufen. Somit wurde 1888 der erste Leuchtturm auf Blåvandshuk errichtet. Es war ein Winkelleuchtfeuer, ausstaffiert mit einem einfachen Linsenapparat und einer Petroleumlampe, in einer Holzbake. Er sollte die Schiffe am gefürchteten Riff „Horns Rev“ sicher vorbeileiten.

„Horns Rev“ erstreckt sich 40 km lang von Blåvandshuk westlich in die Nordsee hinein. Es wurde früher „Horn des Teufels“ genannt, da hier unzählige Schiffe strandeten. Viele Seefahrer hatten bei rauer See Schiffbruch erlitten und ihr Leben verloren, selbst die „guten“ Schiffe wurden bei dem Kampf gegen die enormen Kräfte des Meeres zu Kleinholz zerschlagen. Das Riff wurde als eines der gefährlichsten der Welt angesehen.

Blåvandshuk Fyr wurde von dem Leuchtturmingenieur H. V. Ravn nach den gleichen Zeichnungen wie der Keldsnor Leuchtturm auf der Insel Langeland erbaut. Im Jahre 1899 wurde der Grundstein, von dem Bauunternehmer Kr. Skafte, für den neuen Leuchtturm gelegt.

Sein Betonfundament reicht 4 m tief in die Erde. Darüber liegt ein Sockel aus 2 Schichten Granitgestein. Der Turm selbst wurde aus armiertem Beton gebaut. Für die Eingangstür und die Fenster, die im gotischen Spitzbogenstil erschaffen worden sind, wurde Pitch Pine (eine Kiefernart) verwendet.

Der majestätisch, viereckige Turm ist 39m hoch. Eine 170 stufige Holztreppe führt zum breiten, Balkon des Leuchtturms.

Blåvandshuk Fyr löste im Jahre 1900 das primitive Winkelleuchtfeuer ab. Am 01.01.1948 wurde eine elektrische Lampe mit einer Stärke von 1000 Watt und 220 Volt, die 23 Seemeilen weit zu sehen ist, installiert.

Nach wie vor ist der Leuchtturm in Betrieb, natürlich voll automatisiert. Auch er funktionierte früher mit Hilfe eines Uhrenwerks, das immer noch unten im Turm steht.

Ein 4 Tonnen schwerer Linsenapparat, erschaffen von Henry Lepault, bestehend aus 3 identischen Linsenfeldern die ein Sichtfeld von 216° abdecken, gleitet langsam in einem Lager aus Quecksilber um die Lampe.

Auch hier sind die Reste des deutschen Atlantikwalls zu sehen. 50 Meter vom Leuchtturm entfernt steht ein hässliches Betonfundament, das auch aus dieser Zeit stammt. Oben auf dem Betonfundament stand eine drehbare Antenne von der gleichen Höhe wie das Fundament selbst. Es diente den Deutschen als Radarstation.

Die Kommune hat den Leuchtturm Blåvandshuk übernommen. Die Eintrittspreise der vielen Touristen reichen für die Instandhaltung der Gebäude aus. Den Eintritt entrichtet man im Naturcenter Blåvand, welches sich unterhalb des Leuchtturms, im ehemaligen Leuchtturmwärtergebäude befindet. Dort kann man sich auch mit Informationsmaterial eindecken und mehr über die Vogel- und Faunawelt bei Blåvandshuk erfahren.

Der hohe Leuchtturm ist ein Wahrzeichen für die ganze Gegend.

Eintritt: ca. 15,00 Kronen für Erwachsene und 7,50 Kronen für Kinder.