Runde

Die Vogel- und Schatzinsel Runde liegt an der Küste von Sunnmøre in Westnorwegen. Das kleine Eiland hat nicht mehr als 150 Einwohner, doch jedes Jahr zur Brutsaison von Februar – August erobern mehr als 500.000 Vögel die Insel.

Runde ist Norwegens größter Vogelberg südlich des Polarkreises. Auf Runde nisten Seevögel, wie z. B. Papageientaucher, Basstölpel, Dreizehenmöwen, grosse Raubmöwen, Trottellumen, Tordalks, Krähenscharben, Seeadler und viele andere Arten. Die Vögel stehen seit 1957 unter Naturschutz. 1981 wurden neue Naturschutzvorschriften festgesetzt, die auch die Stein- und Pflanzenwelt umfassen, und die einen besseren Schutz gegen Gefährdung durch den wachsenden Touristenstrom gewährleisten.

Allerdings hätte es damals nicht den Troll gegeben – der sich so sehr über streitende Küstenbewohner geärgert hatte – würde Runde bis heute nicht existieren.
Der Troll konnte mal wieder wegen der streitenden Nachbarn nicht schlafen, er war deswegen so erzürnt, dass er kurzen Prozess machte. Er schob einen Küstenstreifen mit ein paar Bergen bestückt und sämtlichen streitenden Bewohnern, einfach ein Stück auf`s Meer hinaus. Seitdem konnte er in Ruhe schlafen und Runde ist eine Insel. Im Übrigen, wer das nicht glaubt, kann sich selbst davon überzeugen. Die Handabdrücke kann man heute noch deutlich erkennen, rechts und links vom Dorf sind die Berge noch immer eingedrückt.

Am 8. März 1725 geriet die holländisch „Akerendam“, ein Ostindien-Segler, in Seenot und sank vor der Insel Kvalneset. Bei dieser Tragödie verloren 200 Seeleute ihr Leben.

Am 16. Juli 1972 fand hier der Supergau statt. Zwei schwedische und ein norwegischer Sporttaucher fanden in dem Wrack der „Akerendam“, zwischen Tanggestrüpp und Schlick, Klumpen die sich als Münzen entpuppten.

Unter Polizeischutz bargen die drei Taucher innerhalb drei Wochen fast eine halbe Tonne Münzen. Aus einer Tiefe von 20 m bargen sie rund 60.000 Silber- und Goldmünzen mit einem Gesamtgewicht von 560 kg. Die Taucher durften 75% des Schatzes behalten, 15% erhielt der norwegische Staat und 10% erhielten die Niederlande.

1973 unternahm das Schifffahrtsmuseum Bergen eine weitere Tauchexpedition, die nochmals 135 kg Münzen ans Tageslicht beförderte. Ein Teil des Runde-Schatzes befindet sich heute im der Münzsammlung der Universität Oslo und in den Schifffahrtsmuseen in Oslo und Bergen.

Seit den Goldfunden wird Runde auch die „Schatzinsel“ genannt.